Schlauchlining, hart an der Praxis
Beim 4. Deutschen Schlauchlinertag 2006 in Nürnberg dominieren Anwendungsbeispiele

Grau ist alle Theorie, sagt eine alte Redensart. Um so farbiger verspricht der 4. Deutsche Schlauchlinertag zu werden, den die Technische Akademie Hannover am 30.03.2006 in Nürnberg ausrichtet; hier wird es diesmal ganz besonders praxisnah zugehen. Dass die Kanalsanierungstechnologie Schlauchlining „als bewährte und berechenbare Alternative zur Neuverlegung“ gesehen werden muss, wie das Veranstaltungsmotto verspricht, wird nicht nur in etlichen Referaten verdeutlicht. Zeitparallel zur herkömmlichen Vorlesungsreihe kann sich man in vier Workshop-artigen Arbeitsveranstaltungen des Schlauchlinertag-Forums mit speziellen Fragen dieser Sanierungstechnologie intensiv auseinander setzen.

Dipl.-Ing. Rüdiger Prestinari vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung Pforzheim ist als Moderator der Veranstaltungs-Hauptreihe inzwischen ebenso ein Schlauchlinertags-Routinier wie SLT-Ideengeber und Mitbegründer Dipl.-Ing. Franz Hoppe, der wie schon im Vorjahr durch die Veranstaltungen des Forums leiten wird. Dabei wird kein Knackpunkt der aktuellen Diskussion um die Schlauchlining-Sanierungstchnologie ausgelassen. Ein einleitender Rückblick über 35 Jahre Schlauchlining-Technologie spart auch den Blick über den Zaun ind Ausland nicht aus – so wird eine realistische Selbsteinschätzung des deutschen Marktes möglich. Dieser hängt natürlich maßgeblich von Kostenvergleichen des Schlauchlining insbesondere mit der Alternative des offenen Neubaus ab. Hier wird das gesamte Spektrum der unterschiedlichen monetären und sozialen Kosten aufgearbeitet – einschließlich der Qualitätsfrage. Die kommt auch im weiteren nicht zu kurz, wenn es dem Zusammenhang von Qualität und Preisverfall systematisch auf die Spur geht. In der Branche vehement diskutiert wird ein Instrument, das unterschiedlichen Orts geschaffen wurde, um Qualitätsstandards und vereinheitlichte Vorgehensweisen bei Ausschreibung und Vergabe zu gewährleisten: Es werden die Schlauchlining-Anforderungsprofile der Stadt Hamburg und das entsprechende Modell der „Süddeutschen Städte“ dargestellt und miteinander sowie mit den aktuellen Entwicklungen im einschlägigen DWA-Regelwerk verglichen. Das ergänzt sich bestens mit der Erstellung eines Leistungsverzichnisses für eine reale Maßnahme, die den Schwerpunkt des SLT-Forums darstellt. Als Werkzeug des Qualitätsmanagements hat sich zweifellos auch der „zertifizierte Kanalsanierungsberater“ etabliert; über den aktuellen Status Quo dieses Konzeptes erfährt man in Nürnberg mehr.

Dass die Grundstücksentwässerung bekanntermaßen das „Stiefkind der Kanalisation“ ist, ist ein guter Grund mehr, sich mit dem Schlauchlining auch in diesem Anwendungsbereich intensiv zu beschäftigen. Sehr aufschlußreich wird im kommenden Jahr der unmittelbare Vergleich unterschiedlicher Vorgehensweisen sein: Hier stehen die Erfahrungen von vier bundesweit verteilten Kommunen unterschiedlicher Größenordnung einander gegegenüber. Auf besonderes Interesse dürften auch die Ergebnisse eines vergleichenden Leistungstests der auf dem Markt angebotenen Schlauchlining-Systeme für Grundstücksentwässerungen stoßen, die in Nürnberg vorgestellt und diskutiert werden.

Der Erfahrungsaustausch und das Update von verfahrenstechnischem Fachwissen stehen schließlich im Zentrum der Begleitausstellung , die von den 13 Sponsoren des Deutschen Schlauchlinertages und vielen weiteren Unternehmen beschickt wird: Der 4. Deutsche Schlauchlinertag 2006 ist also in jeder Hinsicht einen festen Eintrag im Terminkalender von Kanalnetzbetreibern und Ingenieurbüros wert.